Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
05. September 2010, 17:04:42
Übersicht Hilfe Suche Einloggen Registrieren
News: Umfrage Klassenmusizieren mit dem Akkordeon. Registrieren und abstimmen !!!

+  YoungStarForum
|-+  Übersicht
| |-+  Akkordeon
| | |-+  Electronium - Sinn und Zweck?
« vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Electronium - Sinn und Zweck?  (Gelesen 901 mal)
Chris
Team Youngstar
Administrator
Neuling
*****
Beiträge: 21


WWW
« am: 01. März 2010, 14:38:03 »

Hallo Leute,

ich bin eben über einen Artikel gestoßen, in dem es um das Electron 3000 geht. Kann mir mal jemand einen Preis zu diesem Teil nennen? Irgendwie finde ich keine Preise im Netz. Das wird wohl noch teurer sein als das Elec 2000, oder warum findet man da keine Preise?

Außerdem stelle ich mir die Frage, was dieses Instrument denn eigentlich überhaupt soll. Worin liegt der Sinn und Zweck dieses überteuerten elektronischen Tasteninstruments.
Wird es immernoch eingesetzt, weil es so aussieht wie ein Akkordeon?

In einem Thread wurde hier schon über die Workstation M50 von Korg gesprochen. Das kostet nur 1/3 von so einem Elec und ist soundmäßig um längen besser.

Keep on groovin´
Chris
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #1 am: 06. April 2010, 13:16:30 »

Hi Chris,

ich bin eben auf diese Post gestoßen. Ich kenne das Electron 3000.
Zum Preis: 1.890,- (1 Spieler) bzw. 2.390,- EUR für die Pro-Version (kann 2 Tastaturen abspielen).

Der Hauptgrund für's Electronium ist nicht unbedingt die Optik, wie viele Leute denken, sondern die Dynamikkontrolle über die Balgdynamik. Das kann man mit einem Keyboard so nicht wirklich spielen. Im Gegensatz zu allen Keyboards, die mir bekannt sind reagiert das Electron 3000 auch tatsächlich richtig auf die Dynamik, Legatospiel, Klangfarbe, etc. optimal. Da gibt es wirklich keine Alternative. Auch die Vorgänger-Electronien können das nicht.

Es kommt allerdings in den nächsten Monaten ein alternatives Soundmodul heraus, das das alles auch kann (und noch mehr...), dafür aber günstiger sein wird (1.666,- EUR laut Emailauskunft des Herstellers). Da bin ich mal extrem gespannt. Hier ist die Website:

www.dynasample.com

Eine midifähige Electronium-Tastatur (wie eldec, Electronium2000, o.ä.) braucht man allerdings.

Ich hoffe, Dir geholfen zu haben!

midifreak  Zwinkernd
Gespeichert
Chris
Team Youngstar
Administrator
Neuling
*****
Beiträge: 21


WWW
« Antworten #2 am: 07. April 2010, 23:31:07 »

Hi midifreak,

danke für dein ausführliches posting.

Die von dynasample haben sich da mal echt mühe gegeben. Das muss man schon sagen. Klingen echt gut die Samples.

Mich stört da allerdings der Gesamtpreis, zum Beispiel Elec2000 + Soundmodul. Da kommt dann schon einiges zusammen. Als Keyboard-Alternative wäre da zum Beispiel die Motif-XS Workstation. Ich selbst habe erst bei einer Musicalproduktion mitgewirkt. Mit meinem Motif habe ich dann sample-unabhängig bei streichern das Vibrato über ein zweites Schwellerpedal oder den Aftertouch angesteuert. Für strenge Legatopassagen habe ich ein leichtes Portamento dazugesetz. Klar muss man hier dann etwas an den Programs arbeiten, aber es schränkt mich halt auch kein Sample.

Bin gespannt, wenn das neue Modul auf dem Markt ist. Muss ich dann mal mit einem Elec ausprobieren. Das was jedensfalls bis jetzt auf dem Markt ist, überzeugt mich leider noch nicht.

Keep on groovin´
Chris
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #3 am: 08. April 2010, 09:15:05 »

Zitat Chris: "Mich stört da allerdings der Gesamtpreis, zum Beispiel Elec2000 + Soundmodul. Da kommt dann schon einiges zusammen. Als Keyboard-Alternative wäre da zum Beispiel die Motif-XS Workstation."

Ich muss Dir Recht geben. über 3.000,- Euro für ein Masterkeyboard (Elec 2000 ohne Soundmodul) ist schon heftig!
Motif habe ich schon mal ausprobiert (allerdings die Rackversion - weiß nicht, ob die XS Version anders ist, da gibt's ja mehrere). Das hat mich in Bezug auf das Dynamikverhalten nicht so vom Hocker gehauen. Hab's aber dann auch wieder ziemlich schnell aufgegeben. Bei dem Preis von der Workstation kann man allerdings auch über ein zusätzliches Masterkeyboard nachdenken, das ja auch nicht die Welt kostet. Dann kann man einen Expander im Akkordeon-Orchester mit einer eventuell vorhandenen Elektronium-Tastatur spielen und für andere Zwecke das Masterkeyboard verwenden. Oder wie man's halt gerade braucht.

midifreak
Gespeichert
Chris
Team Youngstar
Administrator
Neuling
*****
Beiträge: 21


WWW
« Antworten #4 am: 08. April 2010, 14:12:51 »

Klar, die Dynamik ist an den Workstations im ersten Moment recht statisch. Aber auch hier muss man dann halt ein paar Übestunden in den Fuß investieren, genauso wie in die linke Hand beim Elec, um da anständig dynamisch spielen zu können.

Wenn ich sehe, dass jetzt mein Motif-7 für 800 Euro über den Tisch geht, dann sehe ich da preislich schonmal absolut keine Alternative auf dem Markt.

Eine andere sehr wichtige Sache finde ich, sind die Sounds selber. Oft klingen welche "solo" sehr gut, lassen sich aber nicht anständig in das Gesamtbild der sehr obertonreichen Harmonikainstrumente einmixen. Im Hohnerklang bin ich sehr oft in den Proben dabei, erstmal nur an der Kurve des Sounds zu basteln, bis der sich mit den Muhas und Akks dann gut verträgt, die akkustischen Instrumente nicht kaputt macht und er trotzdem gut trägt. Solo klingt dieser Sound dann oft sehr mies, aber Mix ist der dann doch der richtige.

Ist ein schwieriges Thema zu dem wie ich immer wieder bemerke, die Aufgeschlossenheit zu den aktuellen und nicht tradierten Möglichkeit fehlt.
Selbst wie du schon die mögliche Lösung mit einem zusätzlichen Masterkeyboards ansprichts, sorgt da schon für viel Verwirrung, weil es den meisten schon wieder zu kompliziert wird.

Chris
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #5 am: 11. April 2010, 13:13:45 »

- Na ja, die Dynamik lässt sich bei Geräten á la Motif leider Gottes halt nicht so optimiern, wie das z.B. beim Electron 3000 schon werksseitig der Fall ist. Die Klangfarbe ändert sich bei den Teilen halt nicht, außer vieleicht mal Filter auf und zu. Ich habe selbst mit Hammond Orgel angefangen und bin sehr fit auf dem Fußpedal . Leider ist der Fuß niemals so schnell, wie die Hände und Arme. Der Regelbereich ist beim Fußpedal leider auch relativ klein. Ich konnte mit dem Electronium schon nach ein paar Stunden dynamisch wesentlich besser spielen als nach jahrelangem Orgel und Synth (mit Pedal) spielen.

- Beim Preis von den ganzen Dingern gebe ich Dir kommentarlos Recht. Da gibt's wirklich nix zu diskutieren.

- Dass man Sonds (Klangfarben) auf das Musikmaterial anpassen muss ist beim Electronium / Akkordeon-Orchester nicht anders als bei jeder anderen Musik. Jede Besetzung / Instrumentierung benötigt eigene Einstellungen oder Sounds, um sich zu mischen, bzw. beim Solospiel abzuheben. Ein Saxophonist kann z. B. auch nicht mit einem Jazz-Mundstück klassische Kammermusik spielen. Die Frage ist nur, ob das das jeweilige (elektronische) Instrument überhaupt kann. Und die zweite Frage: kann der Spieler das Instrument auch (ohne Doktorarbeit) bedienen?

Motif ist für einen Laien praktisch kaum zu bedienen. Die besch... Editor Software von Yamaha hat mir mein Windoof XP zerschossen, da ich Motif ohne Deinstallation der Software zurückgegeben habe und es sich ohne Hardware nicht mehr entfernen lies. Danach waren alle USB-Port an A.... und es ging praktisch nichts mehr auf dem Rechner (das war mal wieder ein typischer Fall für eine Neuinstallation).

- Das Thema mit der Aufgeschlossenheit zu neuen Dingen ist ein altes Thema. Nicht nur beim Akkordeon, sondern auch bei Bläsern oder Streichen (, die ja i. d. R. die aller konservativesten sind). Leute, die mit Keyboards und Computern aufgewachsen sind, haben hierzu halt einen völlig anderen Bezug. Ich möchte auf gar keinen Fall zu dieser Problematik eine Diskussion beginnen, da sich dadurch kurzfristig sowieso nichts ändern lässt.

Die Sache mit dam Masterkeyboard war übrigens nur angedacht, falls jemand so einen Expander eben auch außerhalb eines Akkordeon-Orchesters nutzen will, was ja zumindest bei "XPression" recht sinnvoll erscheint. Es soll ja auch Leute geben, die auf mehreren Gebieten musikalisch aktiv sind ...

 ... und sorry für dieses lange posting

midifreak
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #6 am: 12. Mai 2010, 17:28:50 »

Ich habe gerade mitbekommen, dass auf dem "World Music Festival" in Innsbruck eine neue Electronium-Tastatur von HOHNER zu sehen sein soll! Ich bin leider nicht dort, aber falls jemand das Teil antesten will, wäre das wohl die Gelegenheit!

midifreak  Zwinkernd
Gespeichert
Chris
Team Youngstar
Administrator
Neuling
*****
Beiträge: 21


WWW
« Antworten #7 am: 13. Mai 2010, 09:39:41 »

Dann werde ich mal schauen, ob ich am Samstag irgendwie Zeit bekomme, um das Teil mal anzutesten ;-)

Chris
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #8 am: 18. Mai 2010, 09:59:54 »

Und ...  ?   Augen rollen
Gespeichert
Chris
Team Youngstar
Administrator
Neuling
*****
Beiträge: 21


WWW
« Antworten #9 am: 19. Mai 2010, 10:32:30 »

Richtig viel Zeit hatte ich nicht. Aber die brauchte ich auch nicht.
Das Teil reißt mich einfach nicht vom Hocker.
War glaube ich die Elec2000-Taste gepaart mit dem Elec3000-Expander. Wie gesagt, Asche über mein Haupt, ich hatte einfach zuviel Zeitstress.

Mir ist das soundmäßig von der Anzahl einfach zu wenig und alles schon zu festgelegt.
Die Samples klingen für sich alleine sehr gut. Aber wenn sich dann immer wieder ein Vibrato bei den Natursounds reinschleicht, nervt mich das schon nach den ersten 5 Sekunden. Bin da vielleicht auch noch nicht in die Tiefen des Geräts vorgedrungen und sollte es mir wohl mal richtig zeigen lassen. Aber zwecks Bedienbarkeit und Editiermöglichkeiten möchte ich da nicht auf meinen Motif oder Triton verzichten. Das geht einfach übersichtlicher, schneller und mit viel mehr Möglichkeiten.
Am Stand nebenan war natürlich auch Roland mit dem V-Akkordeon vertreten. Soll es eine elektronische Taste im Akkordeonformat sein, dann stellt das für mich 1. Wahl dar. Aftertouch und Anschlagdynamik sprechen für sich.

Was ich genrell einfach schade finde ist, dass die Elektronik am Stand irgendwo in der Ecke sitzt und gar nicht präsentiert wird. So nach dem Motto, dass das Elec zwar gebaut wird, aber dann doch nicht so richtig in die Philosophie passt.
Da wünsche ich mir einfach mehr, egal ob es bessere oder schlechtere Geräte gibt, aber ohne elektroische Instrumente wird es einfach nicht mehr weiter gehen.

Chris
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #10 am: 20. Mai 2010, 14:46:31 »

Ich glaube ich werde mir die neue Tastatur und das Electron 3000 nach Pfingsten nochmal in Ruhe genauer anschauen. Ich bin ja nicht so weit weg vom Zimmermann in Pforzheim. Habe gerade angerufen, der hat alles da. Ich melde mich dann nochmal ...

midifreak
Gespeichert
midifreak
Neuling
*
Beiträge: 7



« Antworten #11 am: 26. Mai 2010, 17:57:46 »

Hallo Leute,

( !!! ACHTUNG !!! Das wird jetzt „etwas“ länger! )

gestern war ich in Pforzheim und habe mal die neue "Electronium 3000 - Tastatur und das "Electron 3000" ausführlich getestet.
Zufälligerweise war auch der Entwickler des Electron 3000 gerade in der Werkstatt, der mir einige - für mich bisher teils undurchsichtige - Zusammenhänge etwas näher erläutern konnte. Ist übrigens derselbe Entwickler, der für DynaSample das "XPression" entwickelt hat. Der Unterschied der beiden Geräte besteht wohl darin, dass das Electron 3000 alle Electronium-Tastaturen direkt unterstützt (auch gemischt) und von der Bedienung hundertprozentig für's Electronium optimiert ist. XPression unterstützt zwar auch das Electronium, ist aber noch für andere Kontroller wie Keyboards, elektronische Blasinstrumente, u.v.m. gebaut und hat daher auch viele neue Funktionen, die für den reinen Electronium-Betrieb nicht unbedingt notwendig – vielleicht sogar überladen - sind. Dazu gibt’s auch auf der DynaSample-Website noch einiges.

Zur Tastatur:
Die neue Elec-Tastatur sieht echt langweilig aus, wird aber nach Angaben von Bernhard Zimmermann von akkord.de noch optisch „aufgepeppelt“ werden. Vom Tastaturgefühl her mehr oder weniger identisch mit dem Electronium 2000 (hat auch – soweit ich das verstanden habe – dieselbe HOHNER - Tastatur). Anschlagdynamik und Aftertouch gibt es leider immer noch nicht. Allerdings stellt sich die Frage: ist das beim Electronium überhaupt sinnvoll?
Die linke Hand dagegen ist völlig neu konzipiert. Da gibt es fünf Schnellspeichertasten, drei Oktavtaster (keinen Schieberegler mehr!) und einen Sustainpedal-Taster für den kleinen Finger. Daneben gibt es zwei Schieberegler für Vibrato (CC01) und Hauptlautstärke (CC07) und einen Pitchbendstick. Alles optimal auf die Handposition angepasst und somit gleichzeitig bedienbar. Damit kann man – ohne die Handposition zu verändern - zwei „Synth-Räder“, Pitchbend, Sustain, Oktavlage und Programmwechsel gleichzeitig bedienen. Absolut geil! So ergonomisch ist kein Synthesizer. Die Schnellspeichertasten haben Doppelfunktionen. Damit kommt man direkt in den Edit-Modus des Electron 3000 und kann damit auch durch die Menüs navigieren. Wertveränderungen macht man mit den beiden Data-Entry–Rädern. Angezeigt bekommt man alles auf dem Tastatur-Display, das 1:1 das Electron 3000 Display kopiert. D.h. genau genommen ist das Electronium 3000 eigentlich eine große „Fernbedienung“ für das Electron 3000.
Die Programmtasten auf der rechten Seite sind zwar mit einer Standardbelegung beschriftet, lassen sich aber (Gott sei Dank) total schnell beliebig umprogrammieren. Taste drücken mit dem Endlosdrehregler eine der 128 Klangfarben auswählen und dann auf den Drehregler drücken. Fertig! (Hatte ich schon mal „geil“ erwähnt?)
Fünf Schnellspeichertasten gibt’s auch. Einfach zwei Sekunden drücken und die aktuelle Klangfarbe ist gespeichert. Soundwechsel sind extrem schnell ohne jegliches Abreißen – auch bei gehaltenen Tönen. Dasselbe beim Oktavwechsel: Taste drücken und der nächste Ton spielt in der neuen Oktave, selbst wenn der alte Ton noch gehalten wird.
Das waren für mich immer die nervigsten Dinger bei den alten Tastaturen. Ständig abreißende Töne und Verzögerungen bei Sound- oder Oktavwechsel. Ein absoluter Fortschritt – vor allem auch, weil Du jetzt auch alle Sound-Editiermöglichkeiten direkt in der Tastatur hast.

<Zitat Chris:>
Am Stand nebenan war natürlich auch Roland mit dem V-Akkordeon vertreten. Soll es eine elektronische Taste im Akkordeonformat sein, dann stellt das für mich 1. Wahl dar. Aftertouch und Anschlagdynamik sprechen für sich.
<Ende Zitat Chris>

Und was ist mit Pitchbend beim V-Accordion?
Da kannst Du lange suchen! Wenn ich die Wahl habe zwischen Aftertouch und Pitchbend, dann ziehe ich jederzeit Pitchbend vor. Auch die Balgdynamik ist meiner Meinung nach (zumindest für diesen Zweck) mehr als gewöhnungsbedürftig. Ist einfach nicht so mein Ding als Electronium-Ersatz!


Jetzt aber zum Soundmodul:
Das Electron 3000 kannte ich ja schon vorher. Da hat sich aber, seit ich es zum letzten Mal in den Fingern hatte, softwareseitig einiges getan.
Man kann inzwischen auf diverse Arten alle Midicontroller auf andere Controller oder Funktionen „um-mappen“. D.h. man kann sich alle verfügbaren „Realtime-Funktionen“ auf die beiden Schieberegler (oder auch Keyboard-Schieberegler) legen und bei Bedarf sogar den Regelbereich festlegen. Anschlagdynamik versteht der Expander jetzt auch, allerdings nur für perkussive Sounds, wie z.B. Klavier oder Marimba.
Der Sound der Bläser ist im Vergleich zu allen mir bekannten Synths (oder Software-Synth) viel natürlicher, weil das Teil auf die Dynamik richtig von den Klangfarbenveränderungen her reagiert. Man kann da z.B. ein Crescendo von pp bis ff machen, was bei fast allen Sampleplayern nicht geht, weil z.B. nur ein mf-Sample voranden ist, oder nicht ohne größere Phasenauslöschungen zwischen einem lauten und leisen Sample übergeblendet werden kann. Ich selbst bin da extrem empfindlich, wie ich u. a. auch Bläser (Sax) bin. Sehr wichtig ist für mich übrigens auch ein „echt klingendes“ Legato-Spiel. Das klingt auf dem Electron 3000 besser, als auf allem, was ich bisher in den Fingern hatte. Auch die Attacks werden je nach Dynamik verändert. BTW zu diesem Thema stehen auf der www.dynasample.com Website auch einige Erklärungen (TBD).
Auch das Vibrato macht die Soundveränderungen richtig mit. Also nicht nur computermäßiges Pitch rauf/runter sondern Pitch & Sound. Außerdem: kein LFO, sondern „Vibrato-Samples“ (d.h. nicht Samples mit Vibrato, sondern „LFO-Samples“).
Übrigens lässt sich das Vibrato logischerweise voll editieren und man kann sich aussuchen, ob man das gespeicherte Vibrato benutzen möchte, oder ob die Stärke immer auf dem Schieberegler liegt. Wer also kein Vibrato will: Schieberegler runter – AUS! Diese Option gibt’s meines Wissens nach bei keinem Synthesizer. Entweder immer der gespeicherte Preset-Wert oder aber immer das ModWheel.

Die Soundauswahl ist halt auf den Bedarf des Electroniums im Orchester angepasst. Mit Synthie-Sounds „is nix“, sondern eben nur bodenständige Naturinstrumente. Nicht zu vergessen die alten Röhren-Elec-Sounds (will die denn heute noch jemand?). Die Edit-Parameter sind daher auch auf die sinnvollen Parameter für diese Kangfarben beschränkt. Also z.B. nur Attack und Release und nicht die vollständigen Hüllkurven. Für den „normalen“ Spieler ist der Edit-Bereich sowieso auf’s Wesentlich reduziert, für die Editier-Freaks gibt’s dann noch einen „Experten-Modus“ (oder wie das heißt). Damit kommt man dann schon deutlich weiter.
Der Clou bei dem Modul ist, dass man sich mehrere komplette „Snapshots“ des ganzen Instruments machen kann und diese sowohl intern als auch auf einem USB-Stick abspeichern kann. Donnerstag Akkordeon-Orchester mit dem Elec, Samstag Jazz Gig mit dem Keyboard. (Hatte ich schon mal das Wort „geil“ erwähnt?)

Also ich finde, man kann mit dem Teil doch einiges mehr machen als nur die Werks-Presets abzuspielen. Laut dem Entwickler ist die Oberfläche bewusst sehr schlicht und übersichtlich gehalten, um den (nicht so technikbesessenen) normalen Elec-Spieler nicht zu überfordern. Gut, dass jemand da war, der diese ganzen Infos hatte, die ich wollte. Ewig Bedienungsanleitungen wälzen gehört nämlich nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen! Ist aber auch ohne Anleitung recht gut zu bedienen, weil man auf allen Edit-Seiten zuerst eine (deutsche) Kurzbeschreibung bekommt. Man sieht also nicht nur irgendwelche unverständliche, kryptische Parameter-Kürzel ohne Zusammenhang.

So, jetzt sollte man halt noch ein bisschen Kohle, Moos oder auch Asche rumliegen haben (was ein Thema ist, das man bei mir unbedingt nicht ansprechen sollte!). Wie’s aussieht, wird die neue Tastatur aber ohnehin erst zum Jahresende lieferbar sein, da bei HOHNER die Produktion anscheinend heillos „überlastet“ sein soll (?). Als ich da war wurde gerade eine alte Elec-Tastatur (ich glaube TK?) umgerüstet. Man kann also wohl auch seine „alten“ Elecs noch mal „aufmotzen“.

Ich hoffe, allen Elec-Interessierten mit diesem – etwas langen – „Infobericht“ aus erster Hand ein paar Einsichten gegeben zu haben, die man sonst nicht so leicht findet. Ausprobieren lohnt sich auf jeden Fall!

midifreak
Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
« vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS